Neuberts Blumenstillleben sind Orte konzentrierter Wahrnehmung. Naturalistisch-realistisch verbinden sie seine klassisch bildnerischen Fertigkeiten mit den impressionistischen Aspekten von Licht, Farbe und Oberfläche.

In den 1920er Jahren zeigen seine Blumenstücke, die immer Atelierarbeiten sind, sachliche Tendenzen. So wurden in Zinnien und Faiencevase (1922) Blumen und Vase realistisch erfasst, jedoch bleibt der Hintergrund flächig: Der sichtbare Duktus, die reduzierte Raumtiefe und die nicht kaschierte Beschädigung der Vase betonen bewusst das Tatsächliche. Auch Stillleben mit Sommerblumen in dunkler Glasvase (1926) irritiert subtil: Die ruhige, lichtgeführte Komposition erhält mit der unregelmäßigen Falte der Tischdecke ein indexikalisches Detail, das gelebte Zeit statt zeitloser Harmonie behauptet.

Sommerblumen in dunkler Glasvase 
(1926)

Zinnien und Faiencevase
(1922)

Zinnien und Faiencevase

Dahlien in Glasvase 
(1927)

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